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Informationen und praktische Hinweise
1. Pilgerführer und Pilgerausweis (Credencial) sind unter "Pilgerführer" zu bestellen. Die Führerbücher sind auch in der deutschen Sprache erhältlich - sie sind den Pilgerführern in polnischer Sprache gleich, mit den Skizzen der Landkarten und mit den Bildern. Der Pilgerausweis ist auf der Innenseite des Pilgerführersumschalges eingebaut. Dank ihm können Sie sich in den Herbergen und unterwegs als Pilger ausweisen - deswegen beinhaltet er die Informationen in der polnischen Sprache, für die örtlichen Leser.
2. Sprache Die polnische Sprache ist eine slawische Sprache und gilt als eine der schwierigsten europäischen Sprachen. Das grammatische Geschlecht wird nicht wie in der deutschen Sprache mit Hilfe eines Artikels gekennzeichnet, sondern mit der Wortendung. Der Nachname einer Frau endet in der Regel auf -ska (Frau/pani Kamiñska), des Mannes auf -ski (Herr/pan Kamiñski), aber pani/pan Nowak. Die Substantive werden durch sieben Fälle dekliniert und kleingeschrieben. Der Infinitiv endet auf -aæ, -eæ, -æ. Die polnische Sprache ist in Mitteleuropa beheimatet und eng mit anderen slawischen Sprachen verknüpft. Weil viele junge Menschen die Fremdsprachen lernen, kann man sich unterwegs in der englischen, französischen (selten) oder deutschen Sprache verständigen. Neben der gesprochenen Sprache funktioniert immer noch die Zeichensprache und der herzliche und aufrichtige Wille sich zu verständigen.
Ein kleines Wörterbuch:
guten Tag guten Abend gute Nacht bitte danke wie komme ich nach/zum... Bahnhof Bus Zug Straßenbahn
Flughafen wo kann ich übernachten/essen? Jugendherberge Übernachtungen/privat Tee Kaffee Bier Wasser Wein Brot Butter/Margarine Käse Wurst | |
dzieñ dobry dobry wieczór dobranoc proszê dziêkujê jak dojdê/dojadê do ... dworzec (g³ówny) autobus poci±g tramwaj
lotnisko gdzie mogê przenocowaæ/zje¶æ? schronisko m³odzie¿owe noclegi prywatne herbata kawa piwo woda wino chleb mas³o/margaryna ser kie³basa |
3. Wetter/Reisezeit:
Die beste Pilgerzeit ist Mitte/Ende Mai bis Mitte/Ende September. Im Juni, Juli, August kann es sehr heiß werden. Ähnlich wie in Westeuropa kann es zu wechselnden Wetterverhältnissen kommen. Im Frühling duften die durch Bauer bestellte Äcker und ab August schenkt die Natur ihre Gaben. Ab September beginnt der sogenannte. "z³ota polska jesieñ" (Altweibersommer), eine wunderschöne Pilger- und Wanderzeit.
Die Ferien in Polen dauern eine lange Sommerperiode. Sie beginnen etwa Mitte Juni und enden traditionell am 31. August. Aus diesem Grund kann es bei Übernachtungen in Herbergen, Hotels etc. zu Engpässen kommen.
4. Verkehr:
In Polen ist das Flug-, Bus und Bahnnetz auf einem guten Niveau. Aus vielen deutschen Flughäfen gibt es Direktflüge nach Breslau, Kattowitz, Posen. Von hier aus kann man mit dem Transferbus zum Hauptbahnhof kommen und weiter mit dem Zug oder mit dem Bus zum Beginn der Pilgerstrecke fahren. Die Fahrpreisen beträgen ca. 2,50 € für jede 50 km.
Diejenigen, die ab Gniezno beginnen möchten (Camino in Richtung Prag) -
mit Zug oder mit dem Flugzeug nach Posen/Poznañ.
Hbf Poznañ - mit dem Zug/Bus bis Gniezno
Diejenigen, die ab Brzeg (Start Via Regia) oder in G³ogów beginnen möchten -
mit Flugzeug nach Breslau/ Wroc³aw Hbf Wroc³aw - mit dem Zug oder Bus nach G³ogów
mit Zug nach G³ogów über Wroc³aw, Poznañ
Den aktuellen polnischen Fahrplan finden Sie unten www.pkp.pl oder rozklad.pkp.pl
5. Geld:
Polen wird wahrscheinlich noch bis 2012 den Z³oty behalten. Deshalb ist ein Geldumtausch notwendig. Hier und da kann man auch mit Euro bezahlen, aber die Erfahrungswerte besagen Abstand zu nehmen. Die Geldwechselstuben (Kantor) befinden sich sowohl an den Flughäfen als auch in der Stadt. In jedem größeren Ort bestehen mehrere Möglichkeiten des Geldumtausches, auch in der Bahnhofsnähe. Den täglichen Wechselkurs erfährt man in den Wechselstuben (Mitte 2008 war der Kurs um 1 € = 3,20 Z³oty). Am Flughafen erhalten Sie meistens den ungünstigsten Wechselkurs (fehlende Konkurrenz). Deshalb nur einen Notumtausch machen, dabei die Uhrzeit bedenken. In jedem Bankomat (Geldautomat) erhalten Sie mit Ihrer Maestro-, Master-, Visa -Card ohne Probleme Z³oty. Einige Geschäfte und fast alle Tankstellen akzeptieren oben genannte Geldkarten. In den kleineren Ortschaften wird meistens nur Bargeld genommen.
6. Einkaufsmöglichkeiten:
Sie werden staunen, aber im katholischen Polen, sind Geschäfte sogar zurzeit immer noch am Sonntag geöffnet (abnehmbare Tendenz). Nach der Sonntagsmesse öffnet das Dorfgeschäft. Die Lebensmittelartikel kauft man in "Sklep spo¿ywczy". In größeren Städten finden Sie ähnlich wie in Westeuropa Einkaufszentren. Aber alles was notwendig ist, finden Sie in einem kleinen Laden an der Straßenecke. Wenn Sie ein Naturliebhaber sind und ein bisschen Glück haben sollten, können Sie beim Bauer Milch kaufen. Manchmal werden Sie zu einem gemeinsamen Essen eingeladen. Die polnische Bevölkerung ist noch in der Mehrheit sehr gastfreundlich.
7. Restaurant:
Mittagsessen bekommen Sie unterwegs entweder in Restaurants, Gospoda, Karczma, Zajazd weniger in den Bars. Sie werden auch kleine Imbißstuben finden. Probieren Sie doch die polnische Spezialitäten - verschiedene Pierogi, ¯urek, Jagodzianki, Bigos, Flaki und vieles mehr. Lassen Sie sich die polnische Küche schmecken. Die Essportionen sind selten besonders groß, aber für 15 bis 20 z³ (ca. 5 €) wird jeder satt. Es darf erwähnt werden, dass das Essen meistens selbstgekocht ist, und sehr oft Bioprodukte verwendet werden. Essen a´la Catering werden Sie in Restaurants vorfinden. Weinliebhaber kommen leider nicht auf Ihre Kosten. Statt dessen bestellen Sie polnisches Bier. Sie werden feststellen müssen, dass...mhhh.
8. Sicherheit:
Die negativen Schlagzeilen gehören der Vergangenheit an. Die Sicherheitsrisiken sind nicht größer als in anderen Ländern. Die Pilger sind, ähnlich wie in Spanien, auf eigene Verantwortung unterwegs*. Bis dato ist kein Zwischenfall bekannt, was nicht bedeuten soll, den gesunden Menschenverstand zu gebrauchen. In der Dunkelheit zu pilgern, ist abzuraten, da die Markierung übersehen werden kann. In den Dörfern werden Sie bestimmt bellende und knurrende Hunde treffen. Am besten ist, die Hunde zu ignorieren, und über sie wegschauen. In Ausnahmenfällen ist ein Wanderstab hilfreich.
* Anmerkung der Übersetzerin - Als Frau bin ich allein von Danzig nach Berlin, Krakau-Tschenstochau, Rzeszów-Grenze Ukraine, Góry ¦wiêtokrzyskie gewandert. Ich habe mich niemals bedroht gefüllt, obwohl meine Wanderwege durch Wälder und Felder führten. Die wenigen Bauern und andere, die ich unterwegs getroffen habe, waren sehr verblüfft und sehr hilfsbereit. Ich wurde sehr oft zu ihnen nach Hause eingeladen.
9. Markierung:
Auf der Pilgerlänge ist der Camino mit der Jakobsmuschel auf einer 10x10 cm Tafel, Aufkleber oder direkt auf den Bäumen markiert. Der Pilgerweg führt grundsätzlich durch Waldwege und Feldwege mit wenigen Kilometer Ausnahme. Die Pilgerwege können sowohl von den Wanderer, als auch von Radpilgern benutzt werden.
10. Übernachtungen:
Die Schlafmöglichkeiten befinden sich bei/in Kirchen und Klöstern. Ohne der Legitymacja Pielgrzyma (Pilgerausweises) ist die Übernachtung hier nicht möglich. Die Übernachtung ist kostenfrei, aber über eine donativo (Spende) würde man sich sehr freuen. Diese Einrichtungen sind in der Übernachtungsliste mit Fettbuchstaben geschrieben. Ähnlich wie in Frankreich wird um eine Vorreservierung gebeten. Die Übernachtungsstätten sind sehr asketisch gehalten so dass eine Isomatte sowie Schlafsack ein Muss sind. Es besteht auch die Möglichkeit in den kommerziellen Einrichtungen zu übernachten. Bei Vorlegen des Pilgerausweises wird in einigen Unterkünften eine Ermäßigung gewährt.
11. Pilgerausweis (Credencial)
Mit dem Ausweis kann der Pilger im Sinne der Pilgerschaft in den Übernachtungsstätten ruhen. Bei Ankunft zeigen Sie den Pilger-Ausweis und lassen ihn abstempeln. Die Stempel weisen nach, welchen Weg Sie zurückgelegt haben und wecken nach der Reise so manche Erinnerungen. In dem letzten Ort in Polen, bei dem IT-Punkt in Zgorzelec, direkt bei der Altstadtbrücke nach Görlitz, bekommen Sie das Zertifikat der Pilgerreise durch Polen. Als zusätzliches Vorteil ist anzusehen, dass er sich gut eignet, um mit Gastfamilien ins Gespräch zu kommen. Wenn Sie die Jakobsmuscheln besitzen, nehmen Sie sie unbedingt mit. Sie soll nicht nur das Pilgerzeichen sein, sondern das Interesse wecken, zur Popularität und Völkerverständigung beitragen.
12. Seelsorge
Auf dem Pilgerweg besteht immer die Möglichkeit in einer Kirche die heilige Messe oder einen Gottesdienst zu besuchen, besonders aber bei den Übernachtungskirchen. Vor allem die Gottesdienste an den Sonn- und Feiertagen beweisen die Religiosität der polnischen Bevölkerung.
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